Liberale Judische Gemeinde Hamburg

Unser Rabbiner

Dr. Mosche Navon

Ich wurde im Jahre 1954 in Sibirien geboren, wohin meine Eltern Towia Ben Pessach (sel. Angedenkens) und Rachel Bat Sucher (s. A.) aufgrund der stalinistischen Verbannung deportiert worden waren. Meine Eltern haben die Flamme der Schoa und die Kälte des Stalinistischen Exils überlebt, um mich und meinen Nachkommen die Tür zu Würde und Freiheit zu öffnen! Es ist dies die persönliche Lebensgeschichte eines der Millionen verfolgter Juden in Europa!
1977 schloss ich in St. Petersburg die State Electrotechnical University (LETI Leningrad) mit dem Titel Diplomingenieur M.A. ab. 1991 bin ich nach Israel eingewandert, 1994 heiratete ich Miriam Bat Josef. Wir haben vier Söhne: Avi-Tuvia, Eyal, Daniel und Eliyahu-Roi.
Ich erhielt meinen Doktortitel 2002 am Lehrstuhl für Bibelwissenschaften der Hebräischen Universität in Jerusalem. Gleichzeitig studierte ich zehn Jahre an angesehenen religiösen Lehranstalten, darunter sechs Jahre am orthodoxen Institut „Machon Schalom Hartman“ unter der Leitung des Rabbiners Prof. Hartman und vier Jahre an der berühmten Reformhochschule Hebrew Union College (HUC - Vereinigtes Jüdisches Institut). Die rabbinische Smicha (Ordinierung) erhielt ich im November 2007 am HUC in Jerusalem.
Die vergangenen 15 Jahre nahm ich aktiv teil an der Wiedereinrichtung des Lehrstuhls für Judaistik an der Moskauer Staatsuniversität sowie an der Gründung und Entwicklung jüdischer Gemeinden in Israel und in den GUS-Staaten. Darüber hinaus war ich beteiligt an internationalen jüdischen Bildungsprojekten in Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium des Staates Israel, der Jewish Agency, der Jerusalemer Universität, des Israel-Museums in Jerusalem und des Instituts des Jüdischen Volkes beim Diaspora-Museum in Tel-Aviv. Ich unterrichtete
ebenfalls an verschiedenen Universitäten in Israel und den GUS-Staaten sowie an den größten pädagogischen Hochschulen Israels.
Meine langjährige Erfahrung in der Wiederbegründung von russischsprachigen jüdischen Gemeinden brachte ich vor sechs Jahren in die Jüdischen Gemeinden Deutschlands ein. Diesen Dienst habe ich mit meiner wissenschaftlichen Arbeit und Lehre an deutschen Universitäten verbunden. Diese Wahl war in keiner Weise zufällig: Viele Lehrende und Rabbiner in Israel sind Nachkommen liberaler Rabbiner und Wissenschaftler aus Deutschland. Mit ihrem Segen arbeite ich jetzt hier in Deutschland!
Für mich ist es eine große Ehre, das rabbinische Amt in der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hamburg anzutreten. Viele Jahre konnte sich die Gemeinde keinen eigenen angestellten Rabbiner leisten. Ich wünsche mir, dass sich niemand in dieser Gemeinde einsam fühlt.

Ich begrüße alle, die sich persönlich mit mir treffen und ihre Fragen an mich richten wollen. Ich wende mich an alle Mitglieder und Freunde der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hamburg mit den Worten des Propheten Jesaja: „Friede, Friede – dem Fernen und dem Nahen!“ (Jes. 57).

rabbinavon@gmail.com

Rabbiner Navon begleitet durch das jüdische Leben: für Namensgebungen, Bar/Bat Mizwa, Eheschließungen und Beerdigungen, Krankenbesuche sowie bei Interesse an Unterricht für einen Übertritt in das Judentum. nehmen Sie bitte Kontakt  per E-Mail auf.

Veröffentlichungen

PhD-Dissertation: "Messianische Figuren im Judaismus des zweiten Tempels: Das Verhältnis zwischen einem charismatischen Führer und seiner Gefolgschaft”; Betreuer: Prof. Israel Knohl und Dr. Serge Ruzer; The Hebrew University of Jerusalem (5.6.2005).

Master's These: "Die Begegnung von zwei Persönlichkeiten – Johannes derTäufer und Jesus von Nazareth gemäß der Lukasversion"; The Hebrew  University  of  Jerusalem; Betreuer: Prof.  David  Flusser  s.A. (1997).

"Die Qumran Rollen", “Israel-2000” Journal, vol. 16 (1996), pp. 53–55; vol 17 (1997), pp. 44–48.

"Die Geschichte des Jüdischen  Volkes im biblischen Zeitalter, in der Zeit des Zweiten Tempels und im Talmudischen Zeitalter", Jewish Identity, The Jewish Agency, 2001.

Übersetzung aus dem Hebräischen ins Russische: Isaiah M. Gafni: Geschichte der Juden im Zeitalter des Talmud, Berlin 1962.

Beiträge im Freiburger Rundbrief:

Jesu Teilnahme am jüdischen Gottesdienst (Ein jüdischer Kommentar zu Lk 22,14–20), Freiburger Rundbrief, Jahrgang 17/2010 Heft 3, S. 162-170 .

Von Melchisedek zu Jesus: Der Ewige Hohepriester in der Literatur des Zweiten Tempels, Freiburger Rundbrief, Jahrgang 18/2011 Heft 1, S. 2-12.

Johannes der Täufer und Jesus von Nazaret im Licht der jüdischen Quellen, Freiburger Rundbrief, Jahrgang 19/2012, Heft 1, S. 13−23.

Johannes der Täufer und Jesus von Nazaret im Licht der jüdischen Quellen, Freiburger Rundbrief, Jahrgang 20/2013 Heft 1, S. 2−10.

Gottes Segen – Awrahams Segen, Gedanken zur Paraschat „Lech Lecha“ (Gen 12,1–3), Freiburger Rundbrief, Jahrgang 22  / 2015, Heft 3, S. 185−188.